Ein langer Weg zum Alleinflug

Wir gratulieren Julia Kaiser zu ihrem ersten Alleinflug im Segelflug. Hier ihr Bericht:p7210039

„Am 21. Juli war es endlich soweit, meine ersten Alleinflüge standen an, dabei hatte ich an dem Tag gar nicht damit gerechnet. Seit einem Jahr bin ich nun im LSV Lindlar aktiv. Alle hatten die Hoffnung, dass ich in dem letzten Fliegerlager schon meine „A“ fliegen könnte, sogar die Fluglehrer dachten dies, denn ich war auf einem guten Weg. Doch letztendlich war der Tag erst ein Jahr und 100 Starts später. Jetzt fragt man sich bestimmt warum? Das ist einfach zu erklären, ich bin manchmal ein kleiner Angsthase.

Im Fliegerlager hatten wir einen schönen geraden Platz, wo es nicht schwierig war zu landen, aber zurück am Heimatplatz war alles anders. Unser Flugplatz ist Bananenförmig und man hat nicht viel Platz zum Landen und kann auch nicht lange gleiten, sondern muss zügig aufsetzen. Außerdem gibt es einen Zaun über den man im Endanflug mit ca. 1m Höhe drüber fliegen muss. Und dieser Zaun hat mir einmal einen kleinen Schock eingejagt. Ich war gerade dabei die Landungen zu lernen, eigentlich hatte es bisher auch alles gut geklappt, bis ich auf einmal die Landeklappen kurz vor dem Zaun nicht wieder ein Stück eingefahren hatte und wir direkt auf den Zaun zugeflogen sind. Mein Fluglehrer hat zum Glück schnell reagiert und wir sind noch über den Zaun gehopst. Seitdem stiegen mein Puls und meine Nervosität in jedem Endanflug extrem an. Ich brauchte um die 40 Starts, um diese Angst wieder abzubauen.

Doch das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten, das Abfangen. Auch hier brauchte ich unzählige Starts, bis es endlich in meinem Kopf klick gemacht hat. Es kostete einige Nerven, denn irgendwann fängt man an über sich selbst zu zweifeln, ob man das noch hin bekommt. Doch die ganzen Zusprüche der Fluglehrer und Vereinsmitglieder haben mir immer wieder neue Motivation gegeben. Und irgendwann hat es dann auch geklappt.

Am 21 Juli habe ich 2 Flüge mit Fluglehrer gemacht und nach meinem Abfangen hat er im Flugzeug applaudiert. Dann meinte er zu mir, dass wir noch einen Start machen, um das Gefühl zu festigen. Ich zog mir meinen Fallschirm an und dachte mir nichts weiter dabei. Was ich nicht gesehen hatte ist, dass mein Fluglehrer seinen Fallschirm gar nicht anzog, sondern nur die Gurte hinten festzurrte. Erst als ich mich umdrehte, um ins Flugzeug zu steigen, sah ich, dass niemand hinten drin saß. Also wusste ich es war soweit. Ich hatte gar keine Möglichkeit mich verrückt und nervös zu machen, denn als ich ins Flugzeug einstieg lief alles routiniert ab. Ich habe meinen Startcheck gemacht, die Haube geschlossen, das Seil wurde ins Flugzeug eingehakt. Es war ein kurzer Moment der Stille bis das Flugzeug angezogen wurde und 2 Sekunden später war ich schon in der Luft. Klar hatte ich schon mal bessere Landungen absolviert, aber meine Fluglehrer waren dennoch zufrieden. Nach meiner letzten Landung kamen alle zu mir, es gab einen schmerzenden Strauß und auch vor den anderen Ritualen wurde ich nicht verschont, aber ich habe mich über die kalte Dusche gefreut, da es an dem Tag sehr warm war.

Diesen Tag werde ich niemals vergessen.“

– Julia Kaiser vom LSV Lindlar e.V.


Das ist die Aktion Freiflug

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AKTION FREIFLUG
Julia Jansen

Julia Jansen

Hi, ich bin Julia. Als Teamerin in der Landesjugendleitung bin ich deine Ansprechpartnerin für die Aktion Freiflug, bei der wir deine Ausbildung unterstützen. Wenn du mehr wissen willst, schreibe mir eine Mail unter julia@lsj.de